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Deutsche Projektteams gewinnen Holcim-Awards-Preise in Europa und Afrika / Mittlerer Osten

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Nachhaltiges Schaffen urbaner Räume und Materialinnovationen

Die Gewinner der 3. internationalen Holcim Awards für nachhaltige Bauprojekte und neue Ideen aus ganz Europa wurden bei einer Zeremonie in Mailand bekanntgegeben. Preisgelder in Höhe von insgesamt 300'000 USD wurden an zehn herausragende Projekte vergeben, die von Architekten, Stadtplanern, Bauingenieuren und Bauherren eingereicht worden waren. Die preisgekrönten Projekte belegen die vielfältigen Ansätze beim nachhaltigen Bauen in dieser Region, die sowohl auf die intensivierte Verstädterung reagieren als auch Innovationen im Bereich der Baumaterialien und der Bauverfahren aufgreifen.

Die in der Schweiz ansässige Holcim Foundation for Sustainable Construction führt den Wettbewerb parallel in fünf Regionen der Welt durch. Mehr als 6000 Projekte aus 146 Ländern wurden für die Holcim Awards eingereicht. Mit dem Wettbewerb sollen Leistungen von Architektur und Bauwirtschaft gefördert werden, die nachhaltige Lösungen für technologische, ökologische, sozioökonomische und kulturelle Fragen bieten.

Holcim Award Gold für Stadterneuerungsprojekt aus Berlin
Ein urbanes Planungsprojekt, das die Umwandlung eines wenig genutzten Seitenarms der Spree in Berlin zu einem 745 m langen natürlichen „Swimmingpool“ vorsieht, wurde mit dem Hauptpreis von 100 000 USD ausgezeichnet. Das Flussbad im Herzen des historischen Zentrums der deutschen Hauptstadt schafft eine Badezone, deren Umfang 17 Schwimmbecken von olympischen Maßen entspricht, und gleichzeitig eine städtische Naherholungsfläche für Einwohner und Touristen gleich neben der zur UNESCO-Weltkulturstätte erklärten Museuminsel. Seit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 hat hier die Einwohnerzahl um 75 % zugenommen, womit ein Verlust von Freiflächen einherging. Die Planung, die ein 1,8 ha großes Schilfbiotop mit versenktem Sandfilter zur Verbesserung der Wasserqualität einschließt, wurde von einem Team unter Leitung des Architekten Tim Edler von realities united, Deutschland, entwickelt.

Kommentar der Jury des Holcim Award Europe Die Jury empfahl das Projekt wegen seiner direkten und sehr starken positiven Auswirkungen auf die Qualität des städtischen Lebens in einem Gebiet Berlins, das bislang übersehen wurde. Das Projekt stellt die Frage, wem eigentlich der Fluss gehört, der derzeit ausschließlich von der Schifffahrt und zur Entwässerung, aber nicht für öffentliche Aktivitäten genutzt wird. Die Idee, hier eine öffentliche Einrichtung zu schaffen, ist überzeugend, machbar und leicht übertragbar. Ergänzt wird das Projekt durch ein ökologisches Konzept, das mithilfe einfacher Gestaltungsmaßnahmen, die den historischen Kontext der umliegenden Gebäude respektieren, für sauberes Wasser sorgt. das Projekt, weil es eine direkte und deutliche Auswirkung auf die Qualität des städtischen Lebens haben werde und durch die Sanierung der Wasserstraßen Berlins auch einen wertvollen ökologischen Beitrag leiste. „Das Projekt ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, was sich in schwierigen innerstädtischen Gebieten mit reicher Tradition und bedeutendem kulturellen Erbe, in denen bislang keine Rücksicht auf die Anwohner genommen wurde, erreichen lässt“, erklärt Lucy Musgrave, Jurymitglied und Co-Direktorin der Londoner Planungsagentur Publica.

Anerkennungspreise an Projekte aus Finnland und Deutschland
Einen Anerkennungspreis erhielt ein multinationales Team, bestehend aus Sauerbruch Hutton, Deutschland, Arup, Großbritannien, und Experentia, Italien für ein mittelhohes, aus Holz errichtetes Bürogebäude in einem Viertel Helsinkis, in dem eine weitgehende Vermeidung von CO2-Emissionen vorgeschrieben ist. Ein weiterer Anerkennungspreis wurde an die deutschen Unternehmen Barkow Leibinger Architects, Schlaich Bergermann und Partner und TRANSSOLAR Energietechnik für ihre Zusammenarbeit bei einem Projekt zur Errichtung kostengünstiger Wohnungen in Hamburg vergeben. Bei dem Projekt kommen innovative Techniken und Materialien zum Einsatz, darunter vorgefertigte Leichtbetonelemente mit wiederverwertetem Schaumglas als innerem Zuschlagsstoff.

Deutsche Gewinner auch in Afrika / Mittlerer Osten

Die Gewinner der 3. internationalen Holcim Awards für nachhaltige Bauprojekte und neue Ideen aus Afrika und Mittlerer Osten wurden bei einer Zeremonie in Casablanca bekanntgegeben. Preisgelder in Höhe von insgesamt 300'000 USD wurden an zehn herausragende Projekte vergeben, die von Architekten, Stadtplanern, Bauingenieuren und Bauherren eingereicht worden waren.

Schule in Burkina Faso gewinnt Goldmedaille des Holcim Award
Ein Schulprojekt in Burkina Faso, das zur Klimatisierung der Klassenzimmer nur Solar- und Windenergie einsetzt, erhielt die mit 100 000 USD dotierte höchste Auszeichnung. In einfallsreicher Weise wird die natürliche Belüftung genutzt, um in der drückenden Sommerhitze eine maximale Kühlwirkung zu erzielen: Unterirdische Röhren, durch die Luft geführt wird, Bepflanzungen und Doppelverkleidungen der Dächer und Fassaden sorgen dafür, dass die Raumtemperatur um 5°C gesenkt wird. Das Projekt erzeugt ein dem Lernen günstiges Innenklima, verbessert durch die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und nutzt durch Aufforstung auch der Umwelt. Der Entwurf für die Oberschule im Dorf Gando, das in der trockenen tropischen Savanne liegt, stammt von dem in Berlin ansässigen Architekten Diébédo Francis Kéré von Kéré Achitecture, der als erste Person aus seinem Dorf im Ausland studierte.

Kommentar der Jury des Holcim Award Africa Middle East Die Jury empfahl das Projekt, weil es dem Preisträger in einem weit gefächerten Ansatz gelinge, die unterschiedlichen Aspekte von Nachhaltigkeit, die das Programm enthält, in ein verständliches Ganzes einzubringen. Die Oberschule Gando wird von der Dorfgemeinschaft errichtet. Es entstehen nicht nur ein Gebäudekomplex, sondern auch ein Gemeinschaftsgefühl und ein verstärkter sozialer Zusammenhalt. Sein „urbanes Design“ birgt das Potenzial, zu einem Bezugspunkt in der dörflichen Struktur zu werden. Das Projekt ist ein Teil eines langfristigen Schulbauprogramms; es setzt Hightech-Ideen ein, die mithilfe von Lowtech umgesetzt werden. Die besonderen Merkmale des Ortes werden geschickt ausgenutzt und vor Ort verfügbare Materialien für den Bau verwendet. Das Projekt hat zudem durch die Schaffung von Bildungsmöglichkeiten, Arbeits- und Ausbildungsplätzen positive Auswirkungen auf die soziale sowie durch Aufforstungsmaßnahmen auch auf die natürliche Umwelt. Die Menschen erlernen Techniken des Bauens mit Lehm und anderen vor Ort leicht zu beschaffenden Materialien – ein Prozess von wechselseitigem Nutzen, da die hier erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten auch jenseits dieses Projekts gut einsetzbar sind. Die Erfahrungen und Techniken, die bei früheren, unabhängig realisierten Projekten auf dem gleichen Gelände genutzt wurden, wurden aufgegriffen und erweisen die Tragfähigkeit und Anwendbarkeit der Ideen, die dem Projekt zugrunde liegen.

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Medienkontakt

Holcim Foundation for Sustainable Construction
Hagenholzstrasse 85
CH-8050 Zürich / Schweiz
Telefon 41 58 858 8292
info@holcimfoundation.org

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